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DIY: Battlemaps

Ich habe auf diesem Blog ja schon mehrfach über Battlemaps geschrieben und mittlerweile wirst Du wissen, wie toll und nützlich ich sie finde. Kleine und kurze Kämpfe wie beispielsweise ein kurzes Handgemenge zwischen einem Spielercharakter und einem NSC kann man schnell abwickeln. Auch ein Kampf zwischen vielleicht fünf bis zehn Kontrahenten bereitet bei Vorstellung und Koordination keine besondere Mühe. Vorausgesetzt natürlich, dass das Gelände auf dem der Kampf stattfindet, weder Vorteile noch Hindernisse, Unübersichtlichkeiten oder Tücken bereithält.

Wenn Du jedoch schon einmal Kämpfe mit vielen Gegnern managen musstest, dieser Charakter von x NSCs und jener von y NSCs attackiert wurde und gleichzeitig das unwegsame Gelände mit etlichen Versteckmöglichkeiten und Hindernissen Beachtung finden musste, weißt Du, wie kompliziert das sein kann.

Das Ganze dann noch um vier Uhr in der Frühe mit aufgeregten Spielern und einer Vielzahl an Charakteren deren Handlungsabfolgen regelkonform koordiniert werden müssen und das Chaos ist schnell perfekt.

Abhilfe schaffen Battlemaps.

Wie Du ganz einfach Deine eigenen Battlemaps erstellst, zeige ich Dir in diesem Artikel.

Battlemaps
Meine fertige Battlemap mit Raster

Doch vor meinem Tutorial möchte ich Dir eine allgemeine Einführung geben, was Battlemaps überhaupt sind und welche Produkte auf dem Markt erhältlich sind.
Ich mache meine Battlemaps selbst, da sie preiswert und individuell sind. Und weil ich Spaß daran finde 😉

Wenn Du direkt zu meinem Tutorial springen möchtest, lies einfach ein kleines Stück weiter unten weiter.

Was sind Battlemaps?

Battlemaps sind Unterlagen aus Kunststoff, Papier oder Holz deren wichtigstes Merkmal eine Rasterung der Oberfläche ist. Entweder in Karos, in Kreisen oder in Wabenform strukturiert das Raster die Oberfläche. Für gewöhnlich weist das Raster einen bestimmten Größenmaßstab auf, der beispielsweise in Fuß oder Metern gemessen wird. Oft entspricht ein Kästchen einem Meter.
Die realen Maße der Kästchen entsprechen oft 1Zoll x 1Zoll oder 2cm x 2cm, also dem gängigen Maß der typischen Zinn- oder Kunststoffminiatur.

Battlemaps aus Papier

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Einige Hersteller von Rollenspielequipment bieten Bögen aus Papier oder Pappe an, die bereits vorgerastert sind. Wenn man Glück hat, fällt einem gleich ein ganzer Block von gerasterten Papierbögen in die Hände.
Diese Papiere sind entweder weiß, sodass Du sie selbst bemalen oder Landschaften und Szenerien auf ihnen skizzieren kannst. Oder sie bieten ein farbiges Grundschema, wirken also wie Gras, Fliesen oder Steinboden.

Battlemaps mit Beschichtung

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Einige Hersteller bieten Battlemaps mit Beschichtung an. Diese lassen sich – ganz gleich ob der vorgedruckte Untergrund weiß oder farbig ist – immer wieder aufs Neue beschriften und reinigen. So kannst Du Deine Battlemap immer wieder verwenden und mit Leichtigkeit die Landschaft skizzieren in der sich Deine Charaktere bewegen.

Battlemaps aus Kunststoff

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Neben den schlichteren Varianten aus Papier oder beschichtetem Papier bieten einige Hersteller auch Battlemaps oder Gamingsmats aus Kunststoff. Diese können aufgerollt und gut transportiert werden. Außerdem sind natürlich auch sie wiederbeschreibbar und können jederzeit mühelos gereinigt werden. Einige sind von beiden Seiten verwendbar und bieten teilweise auf der Oberseite Wabenraster und auf der Unterseite klassische Kästchen.

Und natürlich gibt es auch noch die Hyperluxusversion, die als richtiges Gamerboard daherkommt, magnetisch ist und Einlegekarten bereithält.

Käufliches Zubehör

Natürlich darf in den Geschäften auch Zubehör zu Battlemaps nicht fehlen. Der Markt bietet eine Menge nützlicher Dinge, die nett aussehen und auch in der einen oder anderen Kampfplanung praktisch und passend eingesetzt werden können.
Gegenstände, die man über die Karte verteilen kann und die Hindernisse oder Verstecke darbieten, Wende- und Wechselkarten oder ganze Settings können auf diese Weise eingekauft und verwendet werden.

Wie Du Deine eigenen Battlemaps herstellst

Dir sind gekaufte Battlemaps zu eintönig und ganze Sets zu teuer? Du hast keine Lust, während des Spiels zu skizzieren und magst keine Stifte die schnell verwischen? Du bist gern kreativ und hast Spaß daran, im Rahmen Deiner Rundenvorbereitung zu zeichnen und zu malen?

Hast Du schon einmal daran gedacht, Deine Battlemaps selbst zu machen? Das geht ganz einfach und ziemlich schnell. Klar, je detaillierter und ausgestalteter Deine Karten werden sollen, umso länger dauert es und natürlich malen sich kleine Karten schneller als große, aber im Großen und Ganzen geht es ziemlich flott.

Wie Du Deine eigenen Battlemaps mit Aquarellfarben herstellst, zeige ich Dir im folgenden Tutorial!

Was benötige ich?

Werbung| Die Artikel, die ich für meine Karten verwende, verlinke ich Dir innerhalb der Auflistung. Dabei handelt es sich um Affiliate-Links

Battlemaps
Mein Equipment

Ich kann doch gar nicht malen …

Es gibt nicht die eine richtige Vorgehensweise und es gibt auch nicht nur den einen Weg, um ans Ziel zu gelangen.
Wenn wir ganz an den Anfang gehen, dann kommt man schnell zu dem Schluss, dass man nicht einmal zwingend auf Aquarellfarben zurückgreifen muss, um seine Battlemaps zu gestalten. Buntstifte, Copicmarker, Fineliner, Deckfarben, Acrylfarben und so weiter eignen sich ebenso gut.

Es geht nicht darum, einen neuen Picasso oder Dein perfektes Meisterwerk zu gestalten sondern darum, eine Karte zu skizzieren, die Dir und Deinen Spielern in der nächsten Spielrunde erleichtert, das Kampfgeschehen zu verfolgen und strategisch zu planen.

Du musst auch nicht perfekt zeichnen oder malen können – nicht einmal gut. Wenn Deine Gruppe weiß, welche Farbe, welcher Strich, welche Kodierung wofür steht, dann genügt das. Es geht ja schließlich nicht darum, ein Comicbuch oder ein Gemälde zu gestalten. Battlemaps dienen dem Ziel, unübersichtliche Kampfgeschehen überschaubar zu gestalten und Übersicht zu verschaffen.

Irgendwelche Farben und irgendein Papier hast Du ganz bestimmt zu Hause. Versuche es doch einfach mal! 🙂

Wieso Aquarellfarben?

Ich liebe Aquarellfarben. Ich mag die Art, wie sie sich auf (gutem) Aquarellpapier verhalten, wie smooth man sie ineinanderlaufen lassen und wie schön man sie verblenden kann. Ich mag, dass man mit ihnen ganz trockene feine Linien zeichnen, aber auch mit wenigen Pinselstrichen und viel Wasser eine ganze Fläche zart wie ein Frühlingshauch einfärben kann. Aquarellfarben verzeihen Fehler und wirken durch ihre Farbbrillanz und ihre Transparenz immer frisch und stimmig. Dadurch, dass weder Pinselstriche noch Schraffuren wie bei Ölfarben oder Buntstiften sichtbar bleiben, kann man schnell und dennoch präzise malen.

Ich besitze verschiedene Aquarellfarbensets und auch mehrere Papierblöcke. Für meine Battlemaps verwende ich nicht meine teuersten Aquarellfarben, aber auch keine ganz billigen (die ich auch nicht besitze). Ich achte darauf, hochwertiges und gutes Papier zu verwenden. Preiswertes Papier nimmt die Farbe nicht so schön auf und wellt sich ziemlich schnell. Auch preiswertere Farben wirken auf hochwertigem Papier toll, während sogar teure Farben auf preiswertem Papier ihre ganze Brillanz kaum zum Ausdruck bringen können.
Gerade, wenn Du Deine Battlemaps mehrfach verwenden möchtest, solltest Du in hochwertiges Papier investieren.
Außerdem sollte das Papier spezielles Aquarellpapier sein und eine Grammatur von mindestens 250g/m2 aufweisen, besser 300g.

Wie gehe ich vor?

#1a Skizzieren

Ich skizziere immer zuerst auf meinem Block vor, welche Strukturen und Landmarken ich auf dem Bild darstellen möchte. Dabei überlege ich mir ganz grob, wie groß die Objekte sein sollen. Auf einem A4-Block kann ich keine so große Szene darstellen, wenn ich klassische Miniaturen mit einem Fuß von 2cm x 2cm darauf verwenden möchte.

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Grobe Skizzierung

Möchte ich größere Karten haben, klebe ich mehrere Bögen Papier von der Unterseite her aneinander und spanne sie anschließend mit Nassklebeband auf einen Tisch oder wahlweise auf den Boden.

#1b Rubbelkrepp

Ruppelkrepp oder masking fluid ist eine transparente oder leicht eingefärbte Flüssigkeit, die man dort auf das Papier aufträgt, wo es auf jeden Fall Weiß bleiben soll. Exakte Formen und Flächen, auf die Du beim Malen keine Rücksicht nehmen möchtest können mit dieser Flüssigkeit „maskiert“, also geschützt werden.
Wenn Du z.B. ein Gewässer malen möchtest und einzelne Schaumkrönchen Weiß bleiben sollen, kannst Du sie mit Rubbelkrepp abdecken und dann ganz gemütlich das Blau des Wassers auftragen.

Man trägt den Rubbelkrepp auf und lässt ihn trocknen. Anschließend sieht er aus, als hätte man das Bild mit Klebstoff oder Gummi bedeckt. Dann kannst Du hemmungslos drauflos malen – die abgedeckten Stellen bleiben Weiß.

Nachdem Dein Bild vollständig getrocknet ist, kannst Du den Rubbelkrepp ganz einfach mit den Fingern wegreiben.

#2a Farben mischen

Anschließend entscheide ich mich für passende Farben aus meinem Aquarellkasten. Ich mische die passenden Farbtöne an und bereite sie in meiner Palette vor.

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Vorbereitete Farben in der Palette
#2b Farben swatchen

Wenn Du Deinen Farbkasten noch nicht kennst lohnt es sich, die Farben zu swatchen. Dazu trägst Du jede reine Farbe – und wenn Du magst auch die Mischfarben – auf ein Stück Papier auf und schreibst die jeweiligen Bezeichnungen oder Nummern hinzu. Darauf kannst Du jederzeit zurückgreifen und die richtigen Farben für Dein Bild und Deine Battlemaps aussuchen.

Battlemaps
Farbswatches – einmal mit wenig Wasser und einmal mit viel Wasser
#3 Die richtige Technik

In der Aquarellmalerei gibt es eine Menge verschiedener Techniken. Von diesen kannst Du eine oder mehrere auswählen und bei der Gestaltung Deiner Battlemaps anwenden. Zwei sehr klassische Techniken sind:

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Nass auf Trocken
  • Nass in Nass: Du feuchtest das Papier an und trägst Farben mit viel Wasser auf. Die Farben verlaufen ineinander und verwaschen transparent
  • Trocken auf Trocken: Das Papier bleibt trocken und Du trägst die Farbpigmente mit sehr wenig Wasser auf. Die Linien werden scharf und vollfarbig

Es gibt hier, wie bereits gesagt, kein Richtig und kein Falsch. Probiere Dich aus, experimentiere, sei neugierig und abenteuerlustig. Je mehr Du malst, desto besser weißt Du, wie Du welche Technik einsetzen kannst, um den von Dir gewünschten Effekt zu erzielen.

#4 Geduld

Das Aquarellbild lebt von seinen Schichten und Ebenen. Um mehrere Schichten Pigmente übereinander auftragen zu können, müssen die früheren Schichten trocknen, ehe eine weitere aufgetragen wird. Ist die untere Schicht nicht trocken, wird die zweite in sie hineinfließen. Das kann selbstverständlich ein gewünschter Effekt sein, doch falls nicht, bleibt Dir nichts anderes übrig, als Dich in Geduld zu üben.

Geduld ist auch dann nötig, wenn Du verschiedene Farben nass nebeneinander auftragen möchtest, die nicht ineinander fließen sollen.

Battlemaps

Während ein Farbauftrag trocknet, kannst Du Dich einer anderen Stelle Deines Bildes oder einer anderen Battlemap widmen. Ich arbeite meistens an mehreren Aquarellbildern parallel. Während eines oder zwei trocknen, kann ich fröhlich am dritten arbeiten. Somit habe ich immer etwas zu tun und die bearbeiteten Bilder können ungestört trocknen.

#5 Schatten ziehen

Um Deinen Bildern ein weniger mehr Plastizität zu verleihen, kannst Du den Gegenständen die darauf abgebildet sind, Schatten und Helligkeit verleihen. Überlege Dir, aus welcher Richtung das Licht auf Dein Bild fallen soll. Dort ist es hell, auf der gegenüberliegenden Seite dunkel.

Battlemaps
#6 Komplett trocknen lassen

Lasse Dein Bild komplett durchtrocknen, wenn es fertig ist. Klebebänder solltest Du auch erst abziehen, wenn das Bild vollständig trocken ist.

#7 Raster ziehen

Nun fehlt nur noch das Raster. Am einfachsten sind natürlich Kästchenraster, doch mit deutlich mehr Zeit und etwas Geschick lassen sich auch Wabenraster zeichnen.

Um die richtige Größe für Dein Raster herauszufinden, misst Du am besten den Standfuß Deiner bevorzugten Miniaturen aus. Genauso groß sollten die einzelnen Rasterkästchen werden, damit Deine Miniaturen genau hinein passen.

Battlemaps
Zwei auf zwei Zentimeter misst der Standfuß dieses Minisoldaten

Mit einem feinen Fineliner in Schwarz, Weiß oder Silber oder einem feinen Gelstift und einem Lineal kannst Du nun Dein Raster auf Deine Battlemap malen.

Arten von Battlemaps

#1 random Battlemaps

Du kannst Battlemaps zeichnen, die Du immer wieder verwenden kannst. Dazu zählen Karten die „random“-Landschaften zeigen oder Settings, die austauschbar sind und überall vorkommen können:

  • Lichtung im Wald
  • Graslandschaft
  • Heideebenen
  • Steinboden
  • Straße
  • Wüstensand
  • Felslandschaft

Wenn Du Deine Karten lange erhalten möchtest, lohnt es sich, sie zu laminieren oder mit transparentem Klebeband zu schützen.

#2 spezifische Battlemaps

Neben den Universalkarten kannst Du natürlich auch spezifische Karten für bestimmte Situationen herstellen. Diese kannst Du meistens nur für eine einzige Situation verwenden. Da sie anschließend meist keine Verwendung mehr haben, lohnt es sich meistens, beim Zeichnen weniger ins Detail zu gehen. Und auch auf die Laminierung kannst Du verzichten.

Wie verwende ich Battlemaps?

Die meisten Rollenspieler verwenden Miniaturen aus Zinn oder Kunststoff, um ihre Charaktere und NSCs auf ihren Battlemaps gegeneinander antreten zu lassen.
Wie und warum Du Miniaturen selbst bemalen solltest, habe ich in diesem Artikel beschrieben.

Battlemaps
Meine Miniaturen in einem Schreibtischbattle 😉

Aber auch wenn Du kein Geld für Miniaturen ausgeben möchtest, kannst Du Deine Battlemaps bespielen. Nimm einfach Knöpfe her, beschriftete oder beklebte Münzen, nummerierte Nussschalen oder bemalte Steine. Deiner Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.
Es geht – wie gesagt – nur darum, ein Kampfgeschehen übersichtlich zu gestalten und nicht, ein Kunstwerk zu erschaffen.

Ich wünsche Dir viel Freude beim Nachmachen 🙂
Wenn Du Fragen hast, poste sie gern unten in die Kommentare!

Rollenspielerische Grüße
Janine

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Vielen Dank dafür, dass Du meinen Beitrag gelesen hast. Ich freue mich, wenn er Dir gefallen hat und Dir weiterhilft, Dich inspiriert und Dich informiert.

Ich bin seit 1999 leidenschaftliche Fantasy-Rollenspielerin, Spielleiterin, Autorin (Romane, Ratgeber, Rollenspielabenteuer) und Illustratorin von Rollenspiel-Karten. Außerdem bin ich begeisterte Convention-Besucherin, liebe Fantasy und Phantastik und sammele gern Dinge, die ich für meine Rollenspielrunden (z.B. als Handouts) verwenden kann.

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