Ein Brief als Handout, Tutorial, DIY, Siegel
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Tutorial: Brief als Handout

Du kennst das doch sicher auch? Deine Spieler finden im Abenteuer, versteckt zwischen Laub und Erde, einen verwitterten Brief, erhalten ein versiegeltes Schreiben oder eine schriftliche Botschaft.
Wahnsinnig oft kommt es im Rollenspiel vor, dass die Rollenspielcharaktere selber Briefe versenden und einige Zeit später eine schriftliche Antwort erhalten. Oder ihnen gelingt es, jemandem einen Brief zu entwenden – beispielsweise im Rahmen einer Bespitzelung oder eines Einbruchs.

Manchmal findet sich ein vollkommen intakter Brief, ein andermal nur die verkohlten Überreste eines Schriftstückes. Manche Schreiben liegen offen herum, andere Dokumente liegen sorgfältig gerollt auf einem Tisch, manch ein Schriftstück wurde sorgfältig zwischen Buchdeckel gepresst und der eine oder andere Brief gefaltet und versiegelt.
Während manch ein Siegel den Absender verrät, sind andere mit Magie und Zauberei belegt und fügen demjenigen, der es unrechtmäßig bricht, Schaden zu oder vernichten den Brief oder das Schreiben gar sofort.

Andere Dokumente werden nicht versiegelt sondern mit Leder umwickelt, mit Seidenband verschnürt, in eine Dokumentenhülle gesteckt, kompliziert zum Origami gefaltet oder schlichtweg offen überreicht.

Welche Art von Brief Dir auch zusagt, als Spielleiter wirst Du mir sicher recht geben, dass Briefe, Urkunden, Skizzen oder andere Schriftstücke und Dokumente von NSCs an SCs oder andersherum ziemlich häufig eine wichtige Funktion im Rollenspiel einnehmen.
Die Charaktere können mithilfe eines Briefes mit NSCs kommunizieren, Anliegen mitteilen, Fragen stellen oder Angebote offerieren. Sie können auf vorangegangene Schreiben antworten oder den Auftakt eines Briefwechsels initiieren.
Schön, wenn Deine Spieler den Brief den ihre Charaktere ingame verfassen, auch outgame wenigstens in Stichpunkten notieren, damit Du als Spielleiter später auf den Inhalt der Schreiben zugreifen und ggf. darauf eingehen kannst. Da im Spiel ja ein konkreter Brief mit einem konkreten Inhalt übermittelt wurde, möchtest Du auch ganz bestimmt nicht nur ungefähr darauf eingehen sondern ganz direkt 😉
Wenn Deine Spieler sich nicht die Mühe machen möchten den Inhalt des Briefes zu notieren, dann lege Du Dir entsprechend Notizen an, um späteren Diskussionen aus dem Weg zu gehen.

Du als Spielleiter profitierst davon, wenn Du Dir im Vorfeld Deiner Spielrunde die Mühe machst, einen wichtigen Brief, ein zentrales Schreiben oder ein herausragendes Dokument als richtiges Handout anzufertigen, das die Spieler in die Hand nehmen und fast so wie ihre Charaktere im Spiel verwenden können.

„Handouts die man an seine Spieler ausgibt und die den Artefakten ähneln, die von den Charakteren im Spiel verwendet werden, bringen Atmosphäre ins Spiel und verleihen Deinen Spielrunden eine erinnerungswürdige Besonderheit …“

Natürlich eignen sich nicht nur Dokumente als Handout für Deine Rollenspielrunden. Auch Kästchen und Schatullen, Lebensmittel, Pflanzen, Schmuck und ähnliches taugen zum Handout. Wenn Du Dich näher mit Handouts beschäftigen möchtest, lies doch gern meine #5 Tipps zur Gestaltung von Handouts!

Für meine nächste Rollenspielrunde habe ich einen Brief als Handout vorbereitet, den ich meinen Spielern als tatsächlich echten und berührbaren Brief überreichen möchte.
Wenn Du diesen Bericht liest, liegt die Runde bereits hinter uns – genau deshalb schalte ich den Artikel auch ein wenig später, damit meine Spieler nicht schon im Vorfeld erfahren, was sie am Rollenspielwochenende erwartet 😉

Der Brief selbst erscheint zunächst zwar gar nicht so unheimlich wichtig, doch da er der Auftakt zu einem neuen Abenteuer sein kann (und hoffentlich auch sein wird), das sich an das aktuelle Abenteuer anschließt, wird sich seine Wichtigkeit im Laufe der nächsten Spielrunden signifikant erhöhen. Und schlussendlich wird dieser einfache Brief ein zentraler Gegenstand des nächsten Abenteuers werden.

Natürlich gebe ich nicht jedes kleine Schreiben als echten Brief, als hübsch gestaltetes Handout aus. Oft reichen mir auch ein schneller Druck auf normalem Papier, eine handschriftliche Notiz, ein PDF-Dokument oder der digitalisierte Abzug eines Briefes, der dann in Chats und Online-Plattformen übergeben wird.
Und natürlich mache ich mir die Mühe auch nicht für Onlinerunden, da ich einen solchen Brief oder andere Handouts dabei natürlich nicht an die Spieler ausgeben kann.

Aber die kommende Spielrunde wird eine Pen&Paper-Runde, wie sie im Buche steht: Bei uns zu Hause am Spieltisch und mit Papier und Bleistift.
Hier kann ich echte Handouts ausgeben, hier können alle Gruppenmitglieder das Handout berühren, benutzen und gemeinsam lesen. Hier kann ich Wert legen auf Haptik, Geruch und Geräusch eines Handouts – hier lohnt sich das aufwendige Gestalten eines Schriftstückes.

Und der Brief den ich Dir heute zeigen möchte ist es allemal wert, etwas Aufwand zu betreiben. Einerseits, da ich ahne, dass er für längere Zeit und mehrere Spielrunden im Einsatz sein wird und andererseits, da ich jetzt schon weiß, wie begeistert sich meine Spieler auf den Brief stürzen werden. Ich sehe jetzt schon vor meinem geistigen Auge, wie sie das Siegel brechen und den Brief ganz ehrfürchtig auseinanderfalten werden, um gespannt und neugierig den Inhalt zu lesen 🙂

Genau so soll es sein!

Und genau für solche gemeinsamen Erlebnisse mache ich mir gern die Mühe, denn genau dafür lohnt sie sich auch.

Wenn Du auch Spaß daran hast, Handouts für Deine Spielrunden zu erstellen, dann lass‘ Dich doch gern von meinem kleinen Tutorial inspirieren.
Vielleicht hast Du ja auch noch nie ein Handout gestaltet, oder bislang nur normales weißes DINA4-Papier mit normaler schwarzer gedruckter Times-Schrift darauf an Deine Spieler ausgegeben?
Dann inspiriert Dich mein DIY vielleicht dazu, demnächst einen wichtigen Brief oder ein anderes zentrales Schriftstück Deines Abenteuers als passendes und ins Design Deines Abenteuers eingegliedertes Handout anzufertigen.
Oder erstellst Du selbst gern aufwändige Handouts wie Brief, Skizze, Karte&Co? Dann schreib‘ mir gern in die Kommentare, welche Erfahrungen Du mit dem Erstellen von Handouts gesammelt hast, worauf Du Wert legst und was bisher das Handout war, das am besten angekommen ist!

DIY – ein Brief als Handout

Im aktuellen Abenteuer werden sich unsere Charaktere auf einer Reise für längere Zeit durch einen Wald bewegen. Dort werden sie auf die jahrzehntealten Überreste eines menschlichen Körpers stoßen und die Überbleibsel seiner Habe finden. Dabei finden sich unter anderem ein ausgesprochen brisanter Gegenstand dem ein Brief beiliegt.

Verhalten sich die Charaktere gewohnt neugierig, werden sie den Brief an sich nehmen und öffnen. Da der Brief im Spiel als versiegelt beschrieben wird, brauchte mein echter Brief natürlich auch ein Siegel. Da der Brief im Spiel auf Pergament geschrieben und bereits ein wenig angewittert ist, konnte ich kein weißes Papier hernehmen.
Und da ich den Brief im Spiel so beschreiben werde, dass er so gefaltet wurde, dass man von außen nicht hineinsehen kann, er jedoch ohne Umschlag auskommt, habe ich mich für den realen Brief für eine passende Falttechnik entschieden, die den Blick auf das Innere verwehrt.

Das Schreiben des Briefes

Zunächst habe ich den Brief geschrieben – am Computer. Ja, ich weiß, handgeschriebene Briefe sind einfach schöner und noch ein wenig liebevoller, aber da es mir an Zeit mangelte, da ich noch einige weitere Handouts vorbereiten und auch noch das Abenteuer ausarbeiten musste, habe ich mich kurzerhand für den PC entschieden.
Um den Brief dennoch passend darzustellen (er sollte ein römisch-griechisch-antikes Flair erhalten aber dennoch gut leserlich sein), habe ich mir zuvor im Internet zwei kostenlose passende Schriftarten heruntergeladen: AUGUSTUS und MARATHON

Die fertigen Briefe als Handout für die nächste Spielrunde
Die fertigen Briefe als Handout für die nächste Spielrunde

Nach der Fertigstellung des Briefes habe ich mich in meinem Papiersammelsurium für beige-bräunliche Seiten entschieden, die ein wenig wie Pergament ausschauen und definitiv einen verwitterten, angebräunten Eindruck machen.

Mit meinem Laserdrucker habe ich die Seiten dann bedruckt und kontrolliert, ob der Druck gut und leserlich geworden ist.
Ob der Druck auf diesem festen Papier auch mit einem Tintenstrahldrucker so schön und leserlich wird oder ob er verwischt, kann ich leider nicht sagen …

„Ein handschriftlich verfasster Brief wird hundert Mal so schön wie ein gedruckter Text – aber manchmal fehlt einfach die Zeit, um jedes Detail von Hand zu erstellen …“

Schreibfedersammlung, Siegelwachs, Tinte
Meine Schreibfedersammlung mit Tinte schreibt den hübschesten Brief!

Ich besitze eine große Anzahl verschiedener Schreibfedern und Federhalter und eine ganze Kiste voller Tinten und Tuschen. Häufig schreibe ich besonders wichtige Dokumente wie beispielsweise Urkunden von Hand mit Tusche und Feder. Aber wie gesagt, dieses Mal war meine Faulheit dem Zeitmangel geschuldet.
Auf dem Bild siehst Du auch das Siegelset das ich verwendet habe, um meinen Brief zu verschließen und eine kleine Auswahl meiner Federn und Tinten.

Der Brief wird gefaltet

Ich habe es oben ja bereits erwähnt: Ich möchte nicht, dass meine Spieler in den gefalteten Brief von außen hineinsehen können. Meine Absicht ist es, dass sie – genauso wie die Charaktere ingame – das Siegel des Briefes brechen müssen, um den Inhalt lesen zu können.
Da sowohl die Spieler als auch die Charaktere von verzauberten Siegeln wissen, wird sie diese Tatsache etwas wurmen. Denn da sie nicht wissen, ob sie den Brief gefahrlos öffnen können, müssen sie ihn vorab einer aufwändigen magischen Analyse unterziehen. Oder einer der Charaktere muss sich mutig bereiterklären, den Selbstversuch zu wagen.
So oder so haben wir eine neue Szene im Rollenspiel, die die unmittelbare Interaktion der Spieler bedarf.

Da es in meiner mittelalterlich inspirierten Spielwelt – so wie ich sie darstellten möchte – unüblich ist, Briefumschläge zu verwenden, hatte der Schreiber des Briefes lediglich die Möglichkeit, das Pergament selbst als Umschlag zu verwenden.
Da der Brief von außen versiegelt werden soll ist es nur natürlich, den Text nach innen zu falten, damit er geschützt ist und auch durch das heiße Siegelwachs nicht beschädigt werden kann.

Ich habe den Brief längs mit beiden Seiten zur Mitte hin gefaltet und dann das untere Ende hoch geklappt – ein Stück weit über die Mitte hinaus. Anschließend konnte ich die überstehende obere Hälfte nach unten klappen und über den unteren Teil schlagen.

Ganz gleich wie Du Deinen Brief zusammenfalten möchtest, es ist wichtig darauf zu achten, dass dort, wo sich die beiden Schlussteile überlappen, genügend Raum für Dein Siegel bleibt. Außerdem sollte an der Stelle an der Du den Brief siegeln möchtest, kein Falz mit Blick ins Innere sein.
Faltest Du den Brief direkt Kante auf Kante, kann kein Siegel die Öffnung verschließen. Faltest Du einen Falz an die Siegelstelle, kann heißes Wachs in Deinen Brief fließen und den Text im schlimmsten Fall an dieser Stelle unleserlich machen.
Möchtest Du aber das Werk eines dilettantischen Schreiberlings darstellen, ist genau ein solcher „Fehler“ vielleicht das passende Stilmittel zur Untermalung der Szene im Spiel 😉

Und voilá – ein ansprechendes kleines Couvert war entstanden, dessen Seiten absolut verschlossen sind und in dessen Innerem der Brief sein Geheimnis wahrt.

Das fertige Couvert - Brief und Text geheim verschlossen
Das fertige Couvert – Brief und Text geheim verschlossen

Der Brief wird versiegelt

Anschließend musste ich den Brief nur noch versiegeln. Ich habe schon seit Jahren immer wieder Briefe versiegelt oder Urkunden mit einem Siegel versehen, doch habe ich bei diesem Brief etwas anders gemacht als bisher.

„Siegel verleihen Deinem Brief ein authentisches Aussehen mit historischem Flair. Ein Siegel wertet Dein Handout auf und macht es zu einem besonderen Schmuckstück Deiner Spielrunde!“

Bisher habe ich immer wenn ich ein Schriftstück versiegeln wollte, eine Stange Siegelwachs (meistens in Rot, manchmal aber auch in Blau oder Gold) genommen, ein Stück abgeschnitten und es auf einem Löffel über einer Kerze erwärmt.
In Ermangelung eines Siegels (Stempel, Ring etc.) habe ich stets eine Münze oder einen anderen passenden Gegenstand in das heiße Wachs gedrückt. Diese Kombination ergab zugegebenermaßen recht gute und ansehnliche Ergebnisse.

Das Siegelwachs tropft dort auf den Brief wo er verschlossen werden soll
Das Siegelwachs tropft dort auf den Brief wo er verschlossen werden soll

„Die Urkunde eines Piraten mit einer Münze aus Thailand zu siegeln oder das Schreiben eines Zauberers mit dem Abdruck eines Pentagramms zu verschließen, hat definitiv Vorteile.“

Allerdings waren meine letzten Vorräte an Siegelwachs in der letzten Zeit deutlich zur Neige gegangen. Und als ich mich entschloss, mir neues Siegelwachs zu kaufen, entschied ich mich dafür, mir in einem auch ein richtiges Siegel, einen Siegel-Stempel zu leisten.
Ich hatte den Eindruck, dass man einen Stempel einerseits leichter aus dem lauwarmen Wachs würde entfernen können ohne Gefahr zu laufen, das Siegel zu beschädigen. Und andererseits würde ein richtiges Siegel vermutlich bessere Abdrücke hinterlassen, als das Konterfei des thailändischen Königs.

Also recherchierte ich ein wenig und fand eine riesige unübersichtliche Auswahl an teuren, mittelpreisigen und günstigen Siegeln, die man hübsch und ansehnlich, mal weniger attraktiv und teilweise auch gänzlich rollenspieluntauglich daherkamen.
Ein Siegel auf dem „Frohe Weihnachten“ oder „Love xoxo“ steht, passt ganz einfach nicht in (m)eine Fantasywelt 😉
Auch Siegel mit einzelnen Buchstaben sagten mir nicht zu – ich wollte kein Siegel für eine Einzelsituation haben sondern eines, das ich für jeden Brief verwenden kann. Also fiel meine Wahl auf ein Siegel mit einem Baum.

Welches Set ich genau gekauft habe, findest Du weiter unten. Ich bin jedenfalls ausgesprochen zufrieden mit dem Set. Sowohl das Wachs ist von guter Qualität als auch der Stempel, der äußerst zufriedenstellende Abdrücke im Wachs hinterlässt. Dafür, dass das Set nicht einmal zehn Euro gekostet hat, ist es wirklich perfekt!

Diesem Set lagen auch zwei Stängelchen Siegelwachs bei – und da mir klar war, dass die nicht lange reichen werden, habe ich mir gleich noch ein wenig Siegelwachs extra dazu gekauft.

Wie gehst Du beim Siegeln vor?

Es gibt Siegelwachs in bloßen Stangen, Siegelwachstangen mit Docht die wie Kerzen aussehen und Siegelwachs in Perlen- oder Kugelform. Für welche Form Du Dich entscheidest, ist ganz egal – funktionieren tun alle wunderbar.
Für die Varianten ohne Docht und als Kugeln benötigst Du zusätzlich zum Wachs und einer Flamme aber auch noch einen Löffel oder einen leeren Teelichtbehälter.
So gesehen ist die Variante mit Docht die komfortabelste Lösung zu der Du nichts weiter benötigst als ein Feuerzeug oder Streichhölzer.

Fakt ist: Ein passendes Stück Siegelwachs muss erhitzt und geschmolzen werden. Entweder Du entzündest den Docht und wartest eine Weile bis das Wachs zu tropfen beginnt. Oder Du schneidest ein Stück von Deiner Wachsstange ab, bzw. entimmst eine Wachsperle und legst das gewählte Stück auf einen Löffel oder in ein altes Teelichtbecherchen. Dann entzündest Du eine Flamme und hältst Löffel oder Becher darüber (Achtung! Die Aluschälchen können sehr heiß werden – halte es am besten mit einer Zange o.ä. fest) bis das Wachs geschmolzen ist. Anschließend gießt Du es auf die zu siegelnde Stelle.

Nimmst Du eine Siegelperle her, kannst Du davon ausgehen, dass die vorbereitete Menge Deinen Ansprüchen genügt.
Schneidest Du dagegen selbst ein Stück Wachs ab, solltest Du darauf achten, ein ausreichend großes Stück zu verwenden. Ist das Stück zu klein, hat es am Ende möglicherweise eine zu geringe Haftkraft, um die beiden Brieflaschen aneinander zu fixieren.

Der Siegel-Stempel im Einsatz (nimm alternativ eine Münze, einen Ring o.ä.)
Der Siegel-Stempel im Einsatz (nimm alternativ eine Münze, einen Ring o.ä.)

Anschließend drückst Du Dein Siegel mit moderatem Einsatz Deiner Kraft in das heiße Wachs. Versuche dabei möglichst senkrecht in das Wachs einzutauchen und den Druck gleichmäßig zu verteilen. Drückst Du zu leicht, haftet das Wachs nicht so gut am Untergrund und der Siegelabdruck wird undeutlich. Drückst Du schräg, wird auch Dein Siegel schief. Drückst Du mit zu viel Schwung, spritzt das Wachs in alle Richtungen davon.

Eindrücken des Siegel-Stempels
Wenn das Siegel ordentlich aussehen soll, dosiere den Druck und setze das Siegel senkrecht auf

„Durch absichtlich ungeschickt oder auffällig angebrachte Versiegelungen können die Spieler und ihre Charaktere auf den Schreiber des Briefes schließen. Ist er ungeschickt oder gar ungehobelt? War er in Eile? Ist er gezwungen worden, sein Siegel zu setzen?“

Anschließend solltest Du Dein Siegel für einige Sekunden im Wachs verharren lassen. Auch das gelingt leichter – quasi freihändig – wenn Du den Stempel senkrecht aufs Wachs gesetzt hast. Bleibt Dein Siegel nicht von selbst in seiner Position, musst Du es den Moment über festhalten.

Siegel verharrt
Lass das Siegel einen Moment lang verweilen

Der Sinn dieses Momentes liegt daran, dass das Wachs eine Chance hat, ein wenig abzukühlen. Hebst Du Dein Siegel aus dem noch sehr warmen Wachs kann es passieren, dass Wachs am Siegel haften bleibt und unschöne Fäden zieht. Oder dass sich das Wachs vom Untergrund abhebt und nicht mehr komplett anhaftet. In beiden Fällen sieht das Siegel nicht mehr ganz so schön aus.
Daher lohnt sich dieser kleine Moment Geduld sehr.

Der fertige Brief
Der fertige Brief – mit meinem roten Baumsiegel

Wenn das Siegel sitzt ist Dein Brief fertig und Du hältst ein wunderschönes und stimmungsvolles Handout für Deine nächste Rollenspielrunde in den Händen!

Ist ein Brief ein Brief?

Natürlich nicht! Ob der Brief vom Königshaus aufgesetzt, bei einem erfahrenen Schreiber in Auftrag gegeben oder von einem normalen Bürger, der eher schlecht als recht schreiben kann verfasst wurde, macht einen gehörigen Unterschied.
Auch werden sich die Briefe von Elfen, Zwergen, Halblingen, Drachen, Echsenmenschen oder Gnomen erheblich voneinander unterscheiden.
Und selbst die vielen verschiedenen menschlichen Völker werden sich gehörig darin unterscheiden, was ihre Schrift- und Schreibkultur angeht.

„Haben Orks in Deiner Welt eine Schriftkultur und pflegen sie Briefkontakte? Dann werden auch sie ihre ganz individuellen Merkmale ausgeprägt haben!“

Je näher Du mit Deinem Handout an das ingame-Original herankommst, umso besser für die Atmosphäre in der outgame-Spielrunde. Es taugt nichts, einen wunderschönen Brief auf hochwertigem Papier anzufertigen und in der Runde zu verkünden, dass ein zusammengeknülltes Etwas vom Boden aufgelesen wurde.
Ebenso lohnt es sich, verschiedene Kulturen oder Rassen unterschiedliche Materialien hernehmen zu lassen – wie beispielsweise Papier in verschiedenen Prints oder Farbgebungen.




Versuche, den Rollenspielgegenstand so präzise wie möglich in der Wirklichkeit abzubilden!

„Ich wünsche Dir jede Menge Spaß beim Erstellen Deines eigenen Briefes als wunderschönes Handout!“

Anschließend sammele ich meine Handouts bis zum Beginn der nächsten Runde in einer Dokumentenhülle – chronologisch sortiert nach Szenen, bzw. Herausgabezeitpunkt 🙂

Alle Handouts für die nächste Runde - ordentlich sortiert
Alle Handouts für die nächste Runde (inkl. Brief) – ordentlich sortiert

Diese und ähnliche Mappen, in denen man problemlos A4-Bögen unterbringen und in denen man Papier einzeln sortieren kann ohne es lochen oder knicken zu müssen, sind der beste Platz, um Handouts aufzubewahren. Durch die transparenten Einlegefolien sieht man immer, was sich in den jeweiligen Taschen verbirgt. Während des Spiels kommt man gut an jedes einzelne Stück heran und hat alles schnell zur Hand.

Welche Produkte verwende ich in diesem Beitrag?

Anzeige| Wie Du gesehen hast, verwende ich in diesem DIY verschiedene Produkte, um mein Brief-Handout zu erstellen. Für den Fall, dass es Dich interessiert, welche Produkte ich hergenommen habe, möchte ich sie Dir in diesem Abschnitt verlinken. Die Links sind Affiliate-Links, was bedeutet, dass ich eine kleine Provision erhalte, wenn Du ihnen folgst und Produkte kaufst. Dir entsteht dadurch keinerlei Nachteil. Die Produkte habe ich selbst gekauft und bezahlt und ich wurde weder gebeten noch dafür vergütet, sie hier zu erwähnen. Sollte es Ausnahmen geben, sind diese beim Artikel vermerkt.

#1 Das Briefpapier

#2 Das Siegelwachsset

#3 Die Siegelwachsperlen

#4 Das Schreibfederset (ähnlich)

#5 Die Dokumentenmappe (ähnlich)

Die Dokumentenmappe, die Du oben auf den Fotos siehst, ist tatsächlich ein ganz schlichtes und preiswertes Stück von Action. Aktuell scheint es die Mappe zwar nicht zu geben, aber jeder Schreibwarenladen – und manchmal sogar die Discounter – führen solche und ähnliche Mappen. Und zur Not tut es selbstverständlich auch ein Ordner mit eingehefteten Klarsichtschutzhüllen.
Ein nicht ganz ähnliches aber dennoch sehr nützliches Produkt bei Amazon findest Du hier:

#5 Mein Laserdrucker



Ich hoffe, Du hattest Spaß an meinem kleinen Tutorial 🙂
Schreib‘ mir gern Deine Erfahrungen mit DIYs für Rollenspiel-Handouts in die Kommentare! Ich freue mich, an Deinen Bastelideen teilzuhaben.

Rollenspielerische Grüße
Janine

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Vielen Dank dafür, dass Du meinen Beitrag gelesen hast. Ich freue mich, wenn er Dir gefallen hat und Dir weiterhilft, Dich inspiriert und Dich informiert.

Ich bin seit 1999 leidenschaftliche Fantasy-Rollenspielerin, Spielleiterin, Autorin (Romane, Ratgeber, Rollenspielabenteuer) und Illustratorin von Rollenspiel-Karten. Außerdem bin ich begeisterte Convention-Besucherin, liebe Fantasy und Phantastik und sammele gern Dinge, die ich für meine Rollenspielrunden (z.B. als Handouts) verwenden kann.

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