Das neu erschienene Römer-Kochbuch des Zauberfederverlags
Empfehlung,  Handout,  Inspiration,  Kochbuch,  Review,  Rezension,  Römer,  Werbung

Zauberfeder-Verlag: Das Römer Kochbuch

Zauberfeder-Verlag – klingt das nicht verheißungsvoll? Nach phantastischen Welten, Magie und Feenstaub? Nach magischen Düften, Hallen voller Glasphiolen mit Trünken, schweren Almanachen und Lederfolianten, die sich bis an die Decke stapeln? Nach Magiernovizen, epischen Abenteuern und Gestaltwandlern?
Allein das Wort inspiriert mich zu neuen Rollenspielsettings, Charakteren und Abenteuern. Zauberfeder klingt für mich nach kreativem Schaffen, nach Leidenschaft und einer Spur Zauberei die den erschaffenen Werken innewohnt.

Genauso verzaubert fühlte ich mich vor einigen Tagen, als ich ein Geschenkpaket der lieben Annette Juretzki vom Zauberfeder-Verlag im nächstgelegenen DPD-Shop abholen durfte. Obwohl sie mir im Vorfeld geschrieben hatte, welche Bücher sie mir schicken wird damit ich sie auf www.spielleiter-wissen.de vorstellen darf, war ich ein bisschen aufgeregt, als ich das schwere Paket in Empfang nahm.
Natürlich hatte ich mir die Cover der beiden Bücher zuvor im Flyer und auf der Homepage des Zauberfeder-Verlags angesehen und die Buchbeschreibungen durchgelesen, aber auf das was mich im Inneren des Päckchens erwartete, war ich nun doch nicht vorbereitet.

Werbung| Artikel enthält unbezahlte Werbung und Affiliate-Links| Für diesen Artikel wurden mir das Römer Kochbuch von Edgar Comes und das Warcraft: The Beginning Werk von Daniel Wallace durch den Zauberfeder-Verlag kostenfrei zur Verfügung gestellt. Dieser Beitrag spiegelt trotzdem meine ehrliche und individuelle Meinung und meine unbeeinflussten Eindrücke wider. Aus rechtlichen Gründen muss dieser Artikel als Werbung gekennzeichnet werden.

Das wunderbare Geschenk-Päckchen des Zauberfeder-Verlags
Das wunderbare Päckchen des Zauberfeder-Verlags

Im Inneren des Päckchens erwarteten mich zwei Bücher

#1 Das Römer-Kochbuch von Edgar Comes

Dieses Buch ist die frischste Neuerscheinung des Zauberfeder-Verlages. Es erschien am 20.07.18, stammt aus der Feder von Edgar Comes und ist ab sofort beim Zauberfeder-Verlag erhältlich. Das Buch dreht sich – wie könnte es bei dem Titel anders sein – um die Küche und Kochkunst der Römer von ihrer Entstehung in der archaischen Zeit bis Apicius (Anm.: ein römischer Feinschmecker; ca. 25 v. Chr. bis ca. 42 n. Chr.).
Über dieses Buch werde ich im folgenden Artikel berichten.

#2 Warcraft: The Beginning – Hinter den Kulissen von Daniel Wallace

Dieses Buch bietet einen Blick hinter die Kulissen der Entstehung des World of Warcraft Movies „Warcraft: The Beginning“ und kommt dabei nicht nur äußerst bildgewaltig und eindrucksvoll daher sondern bietet durch eine innovative Gestaltungstechnik, die dem Buch im wahrsten Sinne des Wortes eine geschickte Wendung verleiht, auch ein ganz besonderes Feature.
Über dieses Buch werde ich in einem späteren Artikel berichten.

Der Inhalt des Päckchens: Das Römer Kochbuch und Warcraft: The Beginning (Zauberfeder-Verlag)
Der Inhalt des Päckchens: Das Römer Kochbuch und Warcraft: The Beginning (Zauberfeder-Verlag), dazu zwei wunderhübsche Lesezeichen und drei Flyer

Wieso beide Bücher sich perfekt als Inspirationsquelle, Vorlage und Handoutsammelsurium für Pen&Paper Rollenspielleiter (und natürlich auch für LARPer) eignen und selbst dann Deiner näheren Betrachtung unterzogen werden sollten wenn Du weder gern kochst noch begeistert von World of Warcraft bist, erfährst Du in meinem Beitrag.

In diesem Beitrag widme ich mich dem Römer-Kochbuch von Edgar Comes – die Besprechung des World of Warcraft Buches findest Du in einem späteren Artikel. Viel Spaß beim Lesen!

Das Römer Kochbuch des Zauberfeder-Verlags

Schon auf den ersten Blick habe ich mich in das Design, die hochwertige Haptik und das Format des Römer Kochbuches verliebt. Das Buch macht einen überaus wertigen Eindruck der von dem mit Glanzfolienprägung akzentuierten Cover noch unterstrichen wird. Auch das Gewicht des Buches, das trotz der nicht gar so hohen Seitenanzahl ziemlich hoch ist, spricht für eine sehr qualitative Verarbeitung.
Das Innendesign des Buches lädt von der ersten Seite an zum Stöbern ein, ist ausgesprochen stimmig auf das antike Thema angepasst und bietet für Rollenspieler klar mehr, als lediglich eine Sammlung von Kochrezepten und historischen Küchenbeschreibungen.

Das Frontcover des Römer Kochbuches
Das Frontcover des Römer Kochbuches

Darauf, worin genau der Mehrwert für Rollenspieler liegt, werde ich weiter unten noch eingehen. Doch zunächst widme ich mich den „harten Fakten“ und dem Inhalt rund um das Römer Kochbuch des Zauberfeder-Verlags.

#1 Die harten Fakten

Maße: 21.5 cm x 20.5 cm x 1.3 cm
Gewicht: 499 g
Seitenanzahl: 129
ISBN: 978-3-938922-86-6
Preis: 19,90€
Autor: Edgar Comes
Verlag: Zauberfeder
Erscheinungsjahr: 2018
Preis: 19,90€

Food-Styling: Markus Plein, Tino Kalning
Fotos: Jens Christoph, Edgar Comes

Das Backcover des Römer Kochbuches
Das Backcover des Römer Kochbuches

#2 Das Inhaltsverzeichnis des Römer Kochbuchs

Das Inhaltsverzeichnis im Zauberfeder-Buch erstreckt sich über eine Doppelseite und enthält neben Verweisen auf Vorwort, Einleitung, ein Kapitel über Mahlzeiten und Tischsitten, eine Abhandlung über die Rohstoffe sowie ein Quellenverzeichnis natürlich vor allem die Übersicht über die im Buch befindlichen Rezepte und Menüvorschläge.

Dabei unterteilt das Inhaltsverzeichnis das Buch in vier große Abschnitte:

  • GUSTATIONES (Vorspeisen)
  • ADDITIONES (Beilagen)
  • MENSAE PRIMAE (Hauptgerichte)
  • DULCIA (Dessert)

Wie bei den Namen der Abschnitte hat sich Edgar Comes auch bei den Bezeichnungen der einzelnen Speisen und Gerichte die Mühe gemacht, jeder einzelnen Kreation einen lateinischen Namen zu verleihen. Durch die verwendete Schrift in Großbuchstaben (in der beispielsweise ein U einem V ähnelt) wird bereits beim ersten Blick ein antiker oder römischer Eindruck geweckt. Man fühlt sich erinnert an römische Grabmale oder Inschriften, wie man sie an antiken Plätzen und auf römischen Überlieferungen finden kann.
Ich bin mir sicher, dass Edgar Comes sich aber nicht nur römisch klingende Namen für seine Speisen ausgedacht hat sondern sich vielmehr die Mühe gemacht hat, sie Gerichte tatsächlich so zu benennen, wie es im antiken Rom üblich war, bzw. wie es hätte sein können. Da er in seinem Quellenverzeichnis am Ende des Buches auch die römischen Zeitgenossen benennt, auf die er sich im Buch beruft, bzw. von denen er inspiriert wurde und auch seine Kapitel zur römischen Kochkunst und den Rohstoffen von fundiertem Fachwissen zeugen, hege ich keinen Zweifel an seiner guten Recherche.

Für die Nichtlateiner unter uns hat der Autor hinter jede Speisenbezeichnung auch noch den deutschen Namen in Klammern gesetzt.

Insgesamt führt das Inhaltsverzeichnis 54 Gerichte auf. Dabei kommen die einzelnen Mahlzeitenabschnitte recht ausgewogen daher. Einzig die Desserts sind etwas spärlicher vertreten als die übrigen Mahlzeiten. Doch auch hier bietet sich für jeden Koch noch genügend Auswahl, um satt und glücklich zu werden 🙂

Das Inhaltsverzeichnis des Römer Kochbuchs vom Zauberfeder Verlag
Das Inhaltsverzeichnis des Römer Kochbuchs vom Zauberfeder Verlag

Das Inhaltsverzeichnis macht unter Anderem Lust auf
LENTICULAM DE CASTANEIS (Linsen mit Kastanien),
OFELLAE OSTIENSIS (Braten auf Ostienser Art) oder
PATINA DE CIDONEIS (Quittenauflauf)

#3 Rund um die Gerichte im Zauberfeder Römer Kochbuch herum

Wie bereits oben erwähnt, finden sich im Römer Kochbuch nicht nur Rezepte mit denen man von der Antike inspirierte Gerichte zaubern kann, sondern auch noch einige andere Kapitel in denen Edgar Comes über die Kochkunst der Römer informiert.

Die einzelnen Kapitel sind dabei eher kurz gehalten, enthalten aber sämtliche Informationen die man benötigt, um sich einen Überblick über das spannende Kapitel der Küche in der römischen Antike zu verschaffen. Wer weiterer Informationen bedarf oder sich gern tiefgründiger über das alte Rom, die Tischsitten der Römer, Handelswege, Speisenabfolgen und der gleichen bilden möchte, muss sich woanders mit Hintergrundliteratur ausstatten. Eine vollumfängliche historische Abhandlung zu diesem breitgefächerten Thema kann und will das Buch natürlich nicht leisten – zumal es sich im Kern der Sache immer noch um ein Kochbuch handelt 😉

Das Vorwort

Im Vorwort stellt Edgar Comes, dessen Konterfei hier – und auch auf dem Backcover des Buches – abgebildet ist, die römische Küche als Geheimtipp vor. Er lobt den gewaltigen Gaumenkitzel der manchmal etwas exotisch anmutenden Gerichte und ermutigt den Leser, auch ungewöhnliche Kreationen – wie beispielsweise Fischsauce und Kräuter in Süßspeisen – einfach mal zu versuchen.
Er betont, dass sowohl seine selbst kreierten Speisen wie auch die zeitgenössischen Gerichte mühelos nachzukochen sind und verweist auf seine Beschreibungen zu den damals vorhandenen Zutaten sowie die exemplarische Menüabfolge und die Tipps und Verweise im hinteren Teil des Buches.

Die wunderschöne Gestaltung des Römer Kochbuches vom Zauberfeder-Verlag
Die wunderschöne Gestaltung des Römer Kochbuches vom Zauberfeder-Verlag

Die Einleitung

Die kurze Einführung in die römische Welt, die natürlich passenderweise von einem Foto der Kapitolinischen Wölfin geziert wird, beschreibt die antike römische Welt entlang der Ausdehnung des Imperium Romanum. Die Küche wurde von Einflüssen aus aller Herren Länder geprägt und beeinflusst, reichte das Römische Reich doch von Mesopotamien bis nach Großbritannien und von Germanien bis hin nach Afrika, wie der Autor beschreibt.

Überlieferungen aus der Antike ermöglichen es Historikern, anhand der Schriften antiker Autoren nachzuvollziehen, welche Lebensmittel gewonnen und hergestellt wurden und welche Speisen, Getränke und Rezepturen seinerzeit daraus entstanden. So entsteht ein Bild davon, welche Früchte im Römischen Imperium bekannt waren, welches Gemüse angebaut wurde, welches Getreide importiert werden musste, welche Tiere zum Verzehr gehalten wurden, usw.
Und natürlich klären antike Kochbücher, wie das antike De re coquinaria (Über die Kochkunst) über die Rezepturen auf, anhand derer römische Köche ihre Küchenkreationen schufen.

Edgar Comes beschreibt, welche Zutaten als üblich betrachtet werden können und welche eher unüblich oder sogar unbekannt waren.

Mahlzeiten und Tischsitten

In diesem Kapitel geht Edgar Comes auf den üblichen Tagesablauf eines römischen Bürgers ein und beschreibt die Mahlzeiten, die seinerzeit üblicherweise an einem Tag zu sich genommen wurden sowie die Rahmenbedingungen unter denen die Speisen eingenommen wurden.

Forken und Löffel im Römer Kochbuch
Forken und Löffel im Römer Kochbuch

Weiter beschreibt der Autor, wie in der Küche im antiken Rom Speisen zubereitet wurden, welche Ausstattung zur Verfügung stand und dass leider nicht jeder Römer zu jeder Zeit in den Genuss anspruchsvoll zubereiteter Mahlzeiten kam.

Die Rohstoffe

Dieses Kapitel widmet sich in zahlreichen kurzen Abschnitten aller Arten von Lebensmittelkategorien einzeln. So findet man beispielsweise Artikel zum Gemüse, zum Getreide oder auch zum Obst in denen man erfährt, welche Waren im antiken Rom bekannt und erhältlich waren, welche Lebensmittel in der Küche eine Rolle spielten und welche einen besonderen Stellenwert einnahmen.
Natürlich folgen auch noch Abschnitte zu Fleisch, Fisch, Ölen, Gewürzen und weiteren Produkten die ebenso detailliert beschreiben, über welche Zutaten die Römer verfügen konnten.

Hübsch arrangierte Zutaten in römischem Stil
Hübsch arrangierte Zutaten in römischem Stil

Neben den liebevollen und höchst interessanten Beschreibungen zu den einzelnen Rohstoffkategorien findet man in diesem Kapitel gleich das erste Rezept und dazu noch ein äußerst wichtiges:

Ein Rezept für die Herstellung von PASSUM, ein Rosinenwein, welches in einigen von Apicius‘ Gerichten als Süßungsmittel Verwendung findet. Da man Passum heutzutage natürlich nirgendwo kaufen kann, ist die – unkomplizierte – Anleitung zum Selbermachen ein toller Auftakt in den Rezeptteil des Buches!

Die Quellen

Auf den hinteren Seiten des Buches führt der Autor die antiken Schreiber, Köche und Feinschmecker auf, von denen er zu seinen Rezepten inspiriert wurde oder aus deren Werken er Speisen entlehnt hat.

Hier finden sich neben Marcus Gaius Apicius auch Marcus Porcius Cato Censorius oder Publius Vergilius Maro (Vergil). Zu jedem Namen findet sich eine kurze Beschreibung zur Person und von einigen auch das Portrait einer Büste oder ähnliches.

Service

Dieses letzte Kapitel des Römer Kochbuches des Zauberfeder-Verlags nutzt der Autor dazu, dem Leser behilflich zu sein auf der Suche nach authentischen römischen Zutaten oder dem passenden Equipment. Er empfiehlt Alternativen zu schwer erhältlichen Lebensmitteln und nennt Adressen, falls man sich mit Töpfer- oder Lederwaren im römischen Stil eindecken möchte.

Zu guter Letzt nennt der Autor seine Kontaktdaten und empfiehlt sich als Ansprechpartner in weiterführenden Fragen zur römischen Küche und anderen Rezepten.

Menüvorschläge

Auf der letzten Seite des Buches schließlich findet man ausführliche Vorschläge für opulente römische Menüabfolgen, welche natürlich auf den Gerichten des Buches basieren. Sie lesen sich nicht nur vorzüglich sondern machen Lust auf mehr und inspirieren zum sofortigen Loskochen! 🙂

#4 Die Speisen und Rezepte im Römer Kochbuch

Gestaltung

Edgar Comes und der Zauberfeder-Verlag haben bei der Gestaltung der Rezeptseiten ein ausgesprochen geschicktes Händchen bewiesen. Die Seiten sehen nicht nur ausgesprochen einladend aus, verführen mit römischem Charme und finden eine gelungene Abwechslung zwischen Fotografien und Rezepten – nein, es gelingt ihnen auch, jedes einzelne Rezept wunderbar strukturiert und übersichtlich abzubilden.

PISCUM INDICUM - Erbsen auf indische Art
PISCUM INDICUM – Erbsen auf indische Art

Die grafische Aufbereitung ist sehr ansprechend. Jede Doppelseite zeigt einseitig ein Rezept und auf der benachbarten Seite eine Fotografie des Gerichts.

Unterhalb der römischen Überschrift finden sich die deutsche Übersetzung sowie der Urheber des Rezeptes.
Anschließend folgen eine Box in der die Zutaten für vier Personen aufgeführt werden sowie ein Zubereitungstext. Bei den Texten handelt es sich zwar um Fließtexte und nicht um Stichpunkte, doch beschreiben sie chronologisch und ohne überflüssige Verschnörkelungen jeden wichtigen Zubereitungsschritt. Die Texte haben eine übersichtliche Länge und sind gut geschrieben, sodass ihnen auch Küchenlaien und Anfänger sehr einfach folgen können.
Nur bei wenigen Ausnahmen sind Rezept, Zutatenliste und Foto auf derselben Seite untergebracht.

OFFELAE OSTIENSES - Braten auf Ostienser Art
OFFELAE OSTIENSES – Braten auf Ostienser Art

Die Seitengestaltung im Hintergrund von Zutatenlisten und Texten kommt in römischem Design daher und erinnert an Marmor, antike Säulengestaltung oder römisch inspirierte Intarsien. Wirklich gelungen ist, dass jedes Seite ein eigenes Design erhalten hat. So weisen die Seiten beispielsweise Wellenmuster auf, werden von Bordüren geschmückt oder von geometrischen Banderolen geziert.
So folgen letztlich alle Seiten einem einheitlichen Stil, weisen aber doch jede für sich ihr individuelles Design auf.

Die Fotografien

Jede Speise ist ausnehmend ansprechend fotografiert. Weiches, warmes Licht suggeriert Kerzen- oder Feuerschein und die Anrichteweise kommt ohne jegliches modernes Element aus.
Die Speisen sind in Tonschalen angerichtet, werden auf Eisenpfannen präsentiert oder liegen in Holzschalen. Rustikale Hölzer, Moos, Kräuter und andere Pflanzen, Leder und Schieferplatten im Hintergrund unterstreichen den antiken Eindruck. Hier und dort findet sich eine antike Forke oder ein Tonbecher oder zuweilen auch etwas Stroh.
Kurzum: Edgar Comes und den Fotografen ist es gelungen, die Atmosphäre einer antiken Tafel einzufangen und dem Leser einen Eindruck davon zu geben, wie es damals war. Oder zumindest eine sehr starke Annäherung zu liefern, wie es gewesen sein könnte.

TIROPATINAM - Eiercreme und CONDITUM PARADOXUM - Paradoxer Gewürzwein
TIROPATINAM – Eiercreme und CONDITUM PARADOXUM – Paradoxer Gewürzwein

Die Bilder präsentieren nicht nur äußerst ansprechend die verschiedenen Speisen und regen nicht nur zum Kochen an sondern inspirieren, die historische Tafel gleich mitzugestalten und seine Gäste somit in der perfekten Illusion vom römischen Gelage schwelgen zu lassen.

Zutaten und Zubereitung

Da Edgar Comes im Vorwort extra darauf hinweist, dass manche Speisen exotisch anmuten und einige Zutaten nur schwer erhältlich sein könnten, sowie, dass die Zubereitung leicht von der Hand gehen würde, habe ich mir exemplarisch ein paar Rezepte etwas näher angesehen.

  • ALITER POLLUM (Huhn auf andere Art): In der Zutatenliste dieses Rezeptes finden sich bis auf eine Ausnahme völlig normale und gewöhnlicherweise auch in Supermärkten erhältliche Zutaten wie Brathähnchen, Schalotten und Olivenöl. Lediglich die thailändische Fischsauce könnte mancherorts schwer zu beschaffen sein. Die Zubereitungsanleitung verspricht ein mehr als leicht zu handhabendes Kocherlebnis.
  • BETAS MINUTAS ET PORROS (Rote Bete mit Lauch): In der Zutatenliste finden sich bis auf die oben bereits erwähnte Fischsauce und den Passum, dessen Rezept man ebenfalls im Buch findet, nur gewöhnliche Zutaten. Die Zubereitungsempfehlung ist ausgesprochen kurz und denkbar einfach.

Mein Eindruck nach der Durchsicht einiger Rezepte ist, dass wirklich viel Fischsauce zum Einsatz kommt und dass tatsächlich sämtliche Rezepte leicht und unkompliziert nachzukochen sind. Wer die eine oder andere Zutat nicht erhält und auch mit der Hilfe des Autors, der im Service-Kapitel Alternativen aufführt, nicht weiterkommt, kann sich entweder eigene Alternativen suchen oder Edgar Comes um Rat fragen.

Die Gerichte

Die Auswahl an Gerichten ist sehr abwechslungsreich. Es finden sich sowohl Gerichte für Fleisch- und Fischliebhaber als auch für Vegetarier und Veganer (wer die Fischsauce austauscht oder weglässt, kann viele weitere Gerichte vegan oder vegetarisch zubereiten). Auch glutenfreie, fettarme und low carb Gerichte finden sich im Römer Kochbuch des Zauberfeder-Verlags 😉

Mir gefällt die Auswahl an Speisen sehr gut. Sie lassen sich prima variieren und miteinander kombinieren. Für jeden Geschmack sollte etwas dabei sein. Die Zutaten sind erschwinglich und die meisten in jedem Supermarkt, auf dem Wochenmarkt, im Bioladen oder beim Discounter erhältlich. Die Rezepte lassen sich einfach nachkochen und Zutaten, die man nicht verwenden mag, größtenteils ersetzen.

#5 Das Römer Kochbuch im Rollenspiel (P&P und LARP)

Das Römer Kochbuch des Zauberfeder-Verlags ist in meinen Augen eine hervorragende Inspirations- und Handoutquelle für Pen&Paper Rollenspieler ebenso wie für LARPer.

Die Verwendung im LARP ist ja praktisch selbsterklärend. Man sucht sich die Rezepte aus dem Buch, die man während Spielrunde und Lagerleben zubereiten möchte, kauft die Zutaten ein und zieht los ins Abenteuer. Und vor Ort bereitet man in seinem (römisch inspirierten) Lager die authentischen Speisen zu und verzehrt sie anschließend genüsslich. Dass das passende Kochgeschirr und eine stilechte Tafeldekoration das Ganze noch viel schöner wirken lassen, versteht sich von selbst 🙂
Gemeinsam Kochen und gemeinsam Schlemmen heißt hier die Devise. Am besten am Lagerfeuer nach bestandenem Abenteuer!

Für das Pen&Paper Rollenspiel gibt es zwei Möglichkeiten, um das Römer Kochbuch während einer Spielrunde einzusetzen:

#1 Als Handout in der Spielrunde
Deine Spieler tummeln sich in eurer Fantasywelt in einem Land das die irdische Antike zum Vorbild hat? Die Abenteurer ermitteln in einem Collosseum oder streifen durch die Kanalisation eines imperialen Reiches? Sie kaufen auf einem Forum ein oder helfen dabei, ein Aquädukt zu errichten?
Und wenn die Abenteurer nach getaner Arbeit schließlich in eine Taverne einkehren, weißt Du nicht genau, was Du ihnen als Speis‘ und Trank vorsetzen sollst? Du möchtest möglichst passende Gerichte kredenzen, kennst Dich aber selbst zu wenig mit antiken Rezepten, Zutaten und Vorlieben aus?

Dann ist das Römer Kochbuch genau das richtige für Dich! Du kannst eine beliebige Seite aufschlagen und beispielsweise ESICIA DE TURSIONE (Thunfischfrikadellen) servieren oder Dir Deine ganz individuelle Menüabfolge zusammenstellen.
Die Fotografien der Speisen kannst Du Deinen Spielern zeigen. Reiche sie als kopierte Handouts herum oder verweise auf das Originalbild in Deinem Buch. So oder so wissen Deine Spieler nun ganz genau, was ihre Charaktere auf dem Teller vorfinden und können sich noch besser in die Situation am Abendbrottisch hineinversetzen.

#2 Als tatsächlich gekochte Speisen für Spieler und Spielleiter
Wenn Du einer der Spielleiter bist, die ihre Spieler immer gern mit Speisen und Getränken versorgen, hast Du dann schon einmal versucht, Verpflegung anzubieten, die zu eurer aktuellen Spielrunde passt?
Wenn ihr in einem Äquivalent zum antiken Rom spielt, wieso dann nicht mal anstatt Erdnüssen, Schokoküssen und Salzstangen OVA ELIXA (Gefüllte hart gekochte Eier) oder CONCICLA COMMODIANA (Bohnentopf á la Commodus) anbieten?

Verfügst Du außerdem auch noch über Tonteller, Holztafeln, Forken, Felle oder Steingeschirr, kannst Du Deine Speisen noch authentischer und ansprechender anrichten und servieren.
Wenn Deine Spieler dann noch dasselbe essen wie ihre Charaktere ingame, sollte der Abend auf kulinarischer Ebene rundherum perfekt gelaufen sein 🙂

#6 Mein Fazit zum Römer Kochbuch des Zauberfeder-Verlags

Du wirst es Dir sicherlich schon denken können: Das Römer Kochbuch des Zauberfeder-Verlags begeistert mich. Von der ersten bis zur letzten Seite. Mir gefallen das hochwertige Cover mit seinen glänzenden Bildeinlagen, die schwere Gesamterscheinung und die inhaltliche Aufteilung des Buches genauso gut wie die Qualität der Fotografien, das Seitenlayout und die Gerichte und Rezepte.
Schon beim ersten Aufschlagen war mir klar, dass ein Teil der Gerichte in einer meiner nächsten Rollenspielrunden Verwendung finden werden und dass ich – so sich die Gelegenheit bietet – das eine oder andere Gericht für meine Spieler zubereiten werde.

Nun steht praktisch schon fest, in welche Region unserer Fantasywelt es meine Spieler und ihre Charaktere als nächstes verschlagen wird

Mir gefällt die Abwechslung in diesem Kochbuch ausnehmend gut. Und auch, wenn ich gar keinen Fisch verzehre und mich der inflationäre Einsatz der Fischsauce etwas abschreckt, habe ich vor, zumindest einen Teil der Speisen genauso nachzukochen, wie im Buch beschrieben. Dass nämlich die Fischsauce auch Verwendung findet in einigen der süßen Nachspeisen (z.B. in PATINA VERSATILIS VICE DULCIS – Gestürzter Auflauf als Süßspeise) finde ich viel weniger abschreckend als eher neugierig machend. Das wird definitiv ausgetestet!
Und ansonsten finde ich Mittel und Wege, die Fischsauce durch andere schmackhafte Ingredienzien zu ersetzen.

Aber mir haben es natürlich nicht nur die Rezepte als solches angetan sondern vor allem auch die wunderschönen Fotografien, die in meinen zukünftigen Spielrunden garantiert des Öfteren als Handout herumgereicht werden. Um das Buch zu schonen, werde ich die relevanten Seiten aber vermutlich kopieren oder die Fotos abfotografieren und meinen Spielern auf digitalen Wegen zeigen.

LARP spiele ich bisher zwar nicht, aber als leidenschaftliche Besucherin historischer Märkte, als Ehefrau eines Historikers und als geschichtsbegeisterte Hobbyköchin werde ich auch fern ab des Rollenspiels viele Verwendungsmöglichkeiten für dieses großartige Buch finden 🙂

An dieser Stelle also gilt mein Dank Edgar Comes, dem Autor des Buches sowie dem Zauberfeder-Verlag und jedem, der an der Erstellung des Buches beteiligt war. Euch ist ein wahres Glanzstück der Küchenliteratur gelungen, das ich jedem Pen&Paper-Rollenspieler, LARPer, Geschichtsbegeisterten und experimentierfreudigen Koch nur empfehlen kann.

Daher: Unbedingt empfehlenswert!

#7 Weitere Bücher der Reihe beim Zauberfeder-Verlag

In der Kochbuch-Reihe des Zauberfeder-Verlags sind u.a. außerdem erschienen:

  • Kochen wie die Wikinger
  • A Game of Thrones – Das offizielle Kochbuch
  • Kochen wie die Halblinge

#8 Wo ist das Römer Kochbuch erhältlich?

*Abschnitt enthält Affiliate-Links

Du kannst das Buch entweder direkt auf der Internetseite des Zauberfeder-Verlags bestellen (Link zum Kochbuch im Shop des Zauberfeder-Verlags) oder bei Amazon*.

#9 Was Dich eventuell auch noch interessieren könnte

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Wie schaut es bei Dir aus? Findest Du es auch toll, historische Gerichte nachzukochen oder Dich von historisch angelehnten Kochbüchern zu Ideen für Deine Spielrunden inspirieren zu lassen?
Kennst Du ein Kochbuch des Zauberfeder-Verlags bereits und magst Deine Erfahrungen teilen? Schreib‘ mir gern in die Kommentare, was Deine Erfahrungen mit Kochen für Spielrunden, Inspiration für die Küche im Rollenspiel und den tollen Büchern des Zauberfeder-Verlags sind!

Rollenspielerische Grüße
Janine

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Vielen Dank dafür, dass Du meinen Beitrag gelesen hast. Ich freue mich, wenn er Dir gefallen hat und Dir weiterhilft, Dich inspiriert und Dich informiert.

Ich bin seit 1999 leidenschaftliche Fantasy-Rollenspielerin, Spielleiterin, Autorin (Romane, Ratgeber, Rollenspielabenteuer) und Illustratorin von Rollenspiel-Karten. Außerdem bin ich begeisterte Convention-Besucherin, liebe Fantasy und Phantastik und sammele gern Dinge, die ich für meine Rollenspielrunden (z.B. als Handouts) verwenden kann.

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3 Kommentare

  • Liesjen

    Das Römer Kochbuch sieht echt toll aus und ist sehr aufwändig und schön gestaltet. Deine Beschreibung des Buches macht neugierig. Du hast das Buch sehr schön vorgestellt.
    Liebe Grüße

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    • Janine Kau

      Guten Morgen Liesjen,
      vielen Dank für Dein liebes Lob 🙂
      Ja, das Buch ist wirklich sehr schön aufgemacht und lädt ein, die Rezepte direkt auszuprobieren!

      Liebe Grüße
      Janine

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